Mehr Kontrollen nach Friedhof-Diebstählen
HANNOVER. Die Stadt zieht Konsequenzen aus den erneuten Diebstählen auf Friedhöfen:
Ein Sicherheitsdienst soll die Ruhestätten häufiger anfahren und kontrollieren.Am
Wochenende hatten Unbekannte vom Friedhof Lahe neun Wasserhähne für jeweils 1000 Euro
gestohlen (NP berichtete).
Sie wiegen zusammen 30 Kilo und wurden wohl von professionellen Metalldieben entwendet.
In Ricklingen sind Grablampen gestohlen worden. Bereits im Juni hatte die Stadt Friedhöfe
nach ähnlichen Diebstählen stärker kontrolliert.
„Mittlerweile haben wir 30 Geschädigte“, sagt Polizeisprecherin Martina Stern. Die Lampen
hätten einen Wert von etwa 300 Euro das Stück: „Einige lagen an einem Seitenausgang des
Ricklinger Friedhofs an der Bergfeldstraße.“ Unklar ist, ob sie dort für einen späteren
Abtransport deponiert worden waren oder die Täter hatten flüchten müssen und die Beute
zurückgelassen hatten.
Seit drei Jahren betreibt Jan Wittrock in Hainholz einen Schrotthandel. Der 44-jährige
Geschäftsmann versucht, nichts von einem Kriminellen zu erwerben. Das sei nicht immer
einfach: „Eigentlich kaufen wir gutgläubig an, und wenn einer mit einem Wasserhahn
ankommt, ist er nicht gleich zwingend verdächtig.“
Zurzeit gibts für ein Kilogramm Kupfer rund vier Euro. „Je höher der Ertrag, desto mehr
Diebstähle“, sagt Wittrock. Er hat mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen: „Wir lassen
uns immer den Personalausweis zeigen.“ Außerdem überwachen sichtbare Kameras sein
Geschäft: „Diebe lassen sich ja ungern filmen.“
Er appelliert auch an die Polizei, enger mit seiner Branche zusammenzuarbeiten: „Sie sollte
uns über gestohlene Gegenstände schnellstmöglich informieren.“ Wenn Beamte ihn erst
Monate nach der Tat befragen, „ist doch vorprogrammiert, dass man sich nicht mehr so gut
erinnern kann“.
31.08.2010 / NP Seite 1 Ressort: LOKA

